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1. Reifen

1.1. Reifenfunktion

Der Reifen ist das einzige Bindeglied zwischen Auto und Strasse und hat eine Reihe von Funktionen zu erfüllen.

Fahrzeugführung

Der Reifen soll das Fahrzeug exakt nach den Lenkbefehlen führen – egal in welchem Zustand sich die Strasse befindet oder welche klimatischen Bedingungen herrschen. Durch die Einhaltung des vorgegebenen Luftdrucks der Reifen auf der Vorder- und Hinterachse wird diese Richtungsstabilität garantiert.

Lasttragkraft

Der Reifen ist sowohl im Stand als auch während der Fahrt unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Zudem muss er hohen dynamischen Lastwechseln beim Bremsen, Beschleunigen und bei Kurvenfahrt widerstehen. Ein PKW-Reifen kann mehr als das Fünfzigfache seines Eigengewichts tragen.

Rollverhalten / Regulierung Kraftstoffverbrauch

Die Leistungen eines Reifen müssen auf allen Strassenbelägen und auch bei hohen Temperaturschwankungen erhalten bleiben. Er soll leise und leicht rollen. Ein geringer Rollwiderstand minimiert zudem den Kraftstoffverbrauch und bewirkt dadurch ökonomische und ökologische Vorteile.

Kraftübertragung

Der Reifen überträgt die Motorenergie auf die Fahrbahn. Er muss zahlreichen Belastungen der Fahrbahn und Umgebung standhalten. Die relativ geringe Kontaktfläche zwischen Reifen und Strasse bestimmt über die Qualität der Haftung und ermöglicht damit die Kraftübertragung.

Langlebigkeit

Ein Reifen sichert über viele Millionen Radumdrehungen ein hohes Leistungsniveau. Viele Faktoren wie Belastungen, Fahrstil, Strassenzustand, Geschwindigkeit und Reifenfülldruck beeinflussen den Abrieb und Verschleiss. Ein guter Fahrbahnkontakt (Grösse und Form der Kontaktfläche und Luftdruck) ist entscheidend für eine lange Lebensdauer.



1.2. Reifenaufbau

reifenaufbau

(1) Lauffläche
Für hohe Laufleistung, gute Strassenhaftung und Wasserverdrängung

(2) Gürtellagen mit Zwischenbandagen
Zur Ermöglichung hoher Geschwindigkeiten und Optimierung der Fahrstabilität sowie des Rollwiderstandes

(3) Luftdichte Innenschicht
Luftdichte Gummischicht für Tubeless-Reifen (Reifen ohne zusätzlichen Schlauch)

(4) Wulstkern aus Stahldraht
Für den festen Sitz auf der Felge

(5) Kernprofil
Zur Begünstigung der Fahrstabilität sowie des Lenk- und Komfortverhalten

(6) Karkasse
Für den Halt, fesselt den Innendruck und hält den Reifen in Form

(7) Seitenwand
Zum Schutz vor äusseren Beschädigungen



1.3. Reifenbezeichnung


reifenbezeichnung

(A) DOT (Department of Transportation)

2512: Produktionszeitpunkt (hier: 25. Woche 2012)


(B) Dimension

205 Reifenbreite in mm

55 Verhältnis Seitenwandhöhe zu Reifenbreite in Prozent

R Radialbauweise

16 Felgendurchmesser in Zoll


(C) Index

91 Tragfähigkeitsindex (siehe 3.1.)

V Geschwindigkeitsindex (siehe 3.1.)


(D) Laufrichtung

Outside Aussenseite bei Montage (kann auch Pfeil sein in Laufrichtung)

tragfähikeitsindex
speedindex



1.4. Reifenmontage

Winterreifen / Sommerreifen

Die Haftung einer Gummimischung wird stark von der Temperatur beeinflusst. Aus Sicherheitsgründen ist der rechtzeitige Wechsel im Frühling auf Sommerreifen und im Herbst auf Winterreifen sehr wichtig. Für den richtigen Umrüstungszeitpunkt gilt die Faustregel „O bis O“ = Winterreifen von Oktober bis Ostern.

Sommerreifen im Sommer

Sommerreifen weisen bei Temperaturen von ca. 7°C bis ca. 30°C die optimale Haftung auf.

tragfähikeitsindex
Bremsen bei sommerlichen Temperaturen

Winterreifen im Winter

Winterreifen weisen bei Temperaturen von ca.7°C bis ca. -20°C die optimale Haftung auf.


tragfähikeitsindex
Bremsen auf Schnee
Schneeflocke

Das Schneeflocken-Symbol weist auf einen echten Winterreifen hin. Es bürgt als Industriestandard für die Wintertauglichkeit. Reifen müssen dafür einen Traktionstest auf Schnee bestanden haben.


Matsch und Schnee

Das Kürzel M+S signalisiert lediglich, dass es sich um einen Reifen handelt, der durch Profil, Laufflächenmischung oder Bauart im Vergleich zu einem Sommerreifen verbesserte Eigenschaften für das Fahren auf Schnee aufweist. Diese Markierung ist in der Schweiz keine Referenz für Winterreifen.

Position der Reifen

tragfähikeitsindex

Durch regelmässiges, rechtzeitiges Wechseln der Räder von vorn nach hinten nutzen sich die Reifen eines Fahrzeuges gleichmässiger ab. Führen Sie diesen Wechsel mindestens ca. alle 10‘000 km aus. Bei Fahrzeugen mit Allradantrieb muss die Position der Räder unter Umständen noch häufiger (alle 6‘000 bis 7‘000 km) gewechselt werden. Die Empfehlungen zum Rädertausch des Fahrzeugherstellers entnehmen Sie dem Fahrzeughandbuch. Der erste Positionstausch ist der Wichtigste. Beim Wechsel der Radposition sollte darüber hinaus der Luftdruck der Reifen gemäss den Angaben des Fahrzeugherstellers angepasst werden. Eine ungleichmässige Reifenabnutzung kann auch auf einen Spurfehler oder mechanische Probleme zurückzuführen sein.

Der Garagist kann Ihnen hierzu eine für Ihr Fahrzeug passende Angabe machen.


Radschrauben anziehen

Anzugsdrehmoment

Die vom Fahrzeughersteller angegebenen Anzugsmomente müssen unbedingt eingehalten werden.

Das Anziehen von Schrauben bzw. Muttern von Hand, nach Gefühl, ist von zweifelhafter Qualität. Es ist daher aus Gründen der Betriebssicherheit zu empfehlen, Drehmomentschlüssel zu verwenden, die eine exakte Einhaltung der vorgeschriebenen Drehmomente gewährleisten.

Dies um
  • Radbefestigung und Radschrauben nicht zu beschädigen
  • einen gleichmässigen Anzug aller Schrauben zu gewährleisten
  • die Demontage zu erleichtern oder mit dem Bordwerkzeug überhaupt zu ermöglichen.

Reihenfolge

Die Radmuttern bzw. -schrauben sind stets übers Kreuz anzuziehen

tragfähikeitsindex
Nachziehen der Radschrauben

Das Alter und der Zustand der Rad- oder Stehbolzen und deren Gewinde können dazu führen, dass sich Schrauben festfressen. Dies wird durch die Folgen von Streusalz noch verstärkt. Es kann auch sein, dass die Schrauben durch unsachgemässe Montage bereits einmal überdreht wurden und somit den Halt verlieren. Nach einer kurzen Einfahrzeit von ca. 50 km oder ein Tag nach Montage sollten deshalb die Radschrauben nachgezogen und eine Drehmomentkontrolle durchgeführt werden.



1.5. Reifenwartung

Profiltiefe

Die Profiltiefe hat grosse Auswirkungen auf die Reifeneigenschaften. Das Profil, speziell bei Winterreifen, sorgt für Haftung und Grip. Neben der erhöhten Gefahr von Aquaplaning wird der Bremsweg bei zu geringer Profiltiefe erheblich beeinträchtigt. Bei bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe von 1.6 mm abgefahrenen Reifen, ist der Bremsweg fast doppelt so lang im Vergleich zu neuen Reifen mit einer ungefähren Profiltiefe von 8 mm.

Min. 1.6 mm gesetzliche Mindestprofiltiefe

Bei Nichtbeachten riskiert der Automobilist den Verlust des Versicherungsschutzes und kann gebüsst werden.

Überprüfung der Mindestprofiltiefe mittels TWI

Abnutzungsindikatoren (TWI = Tread Wear Indicator) sind kleine Erhebungen in den Umfangsrillen, die bei 1.6 mm Restprofil auf gleicher Ebene mit restlichen Lauffläche liegen. Die Position der Erhebungen sind auf der Seitenwand gekennzeichnet mit „TWI“ oder einem „Symbol Dreieck“. Wegen der stark wachsenden Aquaplaning-Gefahr und des schlechter werdenden Bremsweges bei fortgeschrittenem Abrieb sollten die Reifen schon vor Erreichen der Mindestprofiltiefe ausgetauscht werden.

  • Min. 3.0 mm Empfehlung bei Sommerreifen
  • Min. 4.0 mm Empfehlung bei Winterreifen

Überprüfung der Mindestprofiltiefe mittels Münztest

Zur Überprüfung eignet sich der Münztest. Messlatte ist das Zwei-Franken-Stück. Ist der Sockel der Helvetia nicht sichtbar, wenn man die Münze in die Gummiritze steckt, dann beträgt die Profiltiefe mehr als 4 mm und der Reifen kann weiter gefahren werden. Ansonsten ist er auszuwechseln.


Luftdruck

Was ist der korrekte Luftdruck?

Beachten Sie die Angaben Fahrzeughersteller (Betriebsanleitung), Angaben am Fahrzeug (Tür, Tankdeckel, Sonnenblende,…) oder die Angaben des Reifenherstellers.

Welche Vorteile bringt der korrekte Luftdruck?
  • optimale Aufstandsfläche, Bodenkontakt, Haftung
  • kürzeren Bremsweg
  • höhere Aquaplaningreserve
  • besseres Fahrverhalten, Kurvenstabilität
  • niedrige Abrollgeräusche
  • kleinerer Rollwiderstand, Kraftstoffverbrauch
  • niedrige Verformung, besserer Komfort
Jeder Autofahrer kann die Betriebssicherheit seiner Reifen mit dem richtigen Luftdruck erhöhen.


Die Folgen eines falschen Luftdrucks

Die Lebensdauer und Sicherheit eines Reifen ist massgeblich abhängig vom richtigen Luftdruck. Dieser Wert wird gemeinsam von Reifen- und Fahrzeugherstellern für jedes Fahrzeug individuell festgelegt. Zu hoher oder zu niedriger Luftdruck verhindert den optimalen Kontakt des Profils zur Fahrbahn. Die Folgen sind nicht nur übermässiger oder ungleichmässiger Profilabrieb. Sondern auch eine deutlich schlechtere Haftung, die vor allem bei höheren Kurvengeschwindigkeiten oder Nässe schnell gefährlich werden kann. Es besteht Unfallgefahr durch Reifenzerstörung! Mit jeder Luftdruckunterschreitung wird der Reifen überbeansprucht. Durch den Festigkeitsabbau der verschiedenen im Reifen verarbeiteten Materialien ist der Reifendefekt vorprogrammiert. Versteckte Reifenschäden werden durch nachträgliche Luftdruckkorrektur nicht beseitigt.

Manueller Test

Ein zu niedriger Luftdruck ist ohne Messung kaum erkennbar, daher sollte der Luftdruck etwa alle 14 Tage kontrolliert werden. Der Reifendruck ist am kalten Reifen zu messen (bei warmen Reifen Druck um 0,1 bis 0,2 bar erhöhen). Bei grösserer Zuladung Druck entsprechend den Werksangaben zusätzlich erhöhen. Druckkontrolle am Reservereifen nicht vergessen.

Beschädigungsursachen

Fremdkörper

Eingedrungene Fremdkörper (Nägel, Schrauben, Glas- oder Metallteile) können zu einem plötzlichen oder schleichenden Druckverlust führen. Zudem kann Feuchtigkeit in den Reifenaufbau eindringen und den Stahlkord-Gürtel rosten lassen. Der Reifen kann sich dadurch auflösen, es kann zur Profilablösung bzw. Gürtelablösung kommen. Fremdkörper im Reifen sind sehr gefährlich. Der Reifen sollte schnellstmöglich ausgetauscht werden.


Montagefehler

Der Reifen und die Felge können schon bei einer unsachgemässen Montage irreparabel beschädigt werden. Reifenmontage ist etwas für den Fachmann.


Bordsteinkanten, Schlaglöcher

Wird ein Reifen z.B. durch eine Bordsteinkante an der Seitenwand beschädigt (z.B. durch Abschürfungen) ist das sehr gefährlich. Die Seitenwand ist in der Regel sehr dünn. Der Reifen kann nicht mehr repariert werden und es sollte schnellstmöglich ein Austausch erfolgen. Bordsteinkanten zu überfahren, sollte gemieden werden. Falls es doch nötig sein sollte, sind sie möglichst langsam und im grossen (möglichst rechten) Winkel zu überfahren. Parken mit nur einem Teil der Lauffläche auf einer Bordsteinkante kann zu bleibenden Reifenschäden führen.


Überhöhte Geschwindigkeit

Reifen sind nur bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit ausgelegt und zugelassen. Die Höchstgeschwindigkeit wird durch den Speedindex dargestellt. Wird die zulässige Geschwindigkeit deutlich und für einen längeren Zeitraum überschritten, erwärmt sich der Reifen übermässig. Das kann Brüche, Profilablösung bzw. Gürtelablösung nach sich ziehen und sogar zum Platzen des Reifens führen. Es wird empfohlen, die zulässige Geschwindigkeit nicht zu überschreiten.


Reifenalter

Jeder Reifen altert durch Feuchtigkeit, Ozon, UV-Strahlung, Wärme und Kälte, dadurch verändern sich die Reifeneigenschaften. Haftung und Elastizität nehmen zu Lasten der Sicherheit ab. Die Gummimischung des Reifens beinhaltet Substanzen (Alterungsschutzmittel), die den Alterungsprozess stark verlangsamen. Der Prozess lässt sich jedoch auch bei modernsten Reifen nicht komplett aufhalten. Das Reifenalter lässt sich über die DOT-Nummer feststellen bzw. ablesen. Nach 6 bis 10 Jahren sollte der Reifen ersetzt werden.


1.6. Reifenlagerung

Durch die sachgemässe Lagerung bleiben die Gebrauchseigenschaften des Reifen bestehen.


Reifen auf Rad montiert

Nicht stellen, sondern hängen oder stapeln und alle 4 Wochen umschichten


Reifen demontiert

Nicht stapeln, nicht hängen, sondern stellen und alle 4 Wochen drehen (auf Regalgestellen mit Abstand zum Fussboden)


Kühl

15°C bis 25°C Wärmequellen abschirmen 1 m Mindestabstand zu Wärmequellen


Trocken

Kondensation vermeiden
Reifen nicht mit Ölen, Fetten, Lacken, Kraftstoffen und ähnlichen Stoffen in Berührung bringen


Dunkel

Insbesondere vor direkter Sonneneinstrahlung und Kunstlicht mit hohem UV-Gehalt schützen


Nur mässig belüftet

Sauerstoff und Ozon sind besonders schädlich
Bei Überwinterung von Fahrzeugen (Oldtimer, Wohnmobile, Anhänger,…) bei denen die Reifen am Fahrzeug bleiben, sollte der Luftdruck um min. 0,5 bar erhöht werden.


Lassen Sie Ihre Reifen vom Fachmann einlagern. Er besitzt eigens dafür konzipierte Gestelle und lagert Ihre Reifen sicher ein.


1.7. EU-Reifenlabel

reifenlabel

Seit November 2012 gilt das europaweit einheitliche Reifenlabel für Kraftfahrzeuge.

Zweck der Energieetikette für Reifen ist es, dem Konsumenten Informationen über Rollwiderstand, Nasshaftungseigenschaften und das externe Rollgeräusch bereitzustellen.

Die Schweiz übernimmt die Etikettenpflicht vorerst zwar nicht (Stand März 2014), jedoch betrifft es die Schweiz indirekt. Denn 85% der Auto- und Lastwagenreifen stammen aus dem EU-Raum, somit werden die Schweizer AutomobilistInnen und Garagisten mit dem Reifenlabel konfrontiert.

Neben den drei Hauptkriterien gibt es viele weitere Leistungsfaktoren zu beachten. Es empfiehlt sich daher zusätzlich alternative Quellen wie Reifentests zu prüfen.

kraftstoffeffizienz

Kraftstoffeffizienz

Ein reduzierter Rollwiderstand spart Benzin und CO2. Die Bewertung wird in Klasse A (grün) bis Klasse G (rot) angegeben, wobei D nicht belegt wird. Eine Verbesserung um eine Klasse bedeutet eine Benzinersparnis von ca. 0,1 Liter auf 100 km.

kraftstoffeffizienz

Nasshaftung

Die Nasshaftung ist entscheidend für die Fahrsicherheit. Hier ist die Leistung in die Klassen A bis G unterteilt, wobei D und G nicht belegt werden. Zwischen den Klassen A und F beträgt die Bremswegdifferenz auf einer durchschnittlich griffigen und nassen Fahrbahn 18 m für ein Fahrzeug, das aus 80 km/h abgebremst wird. Diese Distanz entspricht drei bis vier Fahrzeuglängen.

kraftstoffeffizienz

Rollgeräusch

Die Geräuschemission der Reifen wirkt sich auf die Gesamtlautstärke des Fahrzeugs aus. Der Messwert gibt die Lautstärke des Vorbeifahrgeräusches an. Je mehr ausgefüllte Schallwellen, desto lauter ist das Aussengeräusch des Reifens, d.h. drei ausgefüllte Schallwellen kennzeichnen die schlechteste Leistung.




1.8. Informationen zu Spezialeigenschaften und Zubehör

Runflat

Reifen, die mit Notlaufeigenschaften ausgestattet sind, lassen im Falle eines Reifenschadens die Weiterfahrt mit verminderter Geschwindigkeit (80 km/h) von 80 bis 300 Kilometern zu. Die Notlaufeigenschaft wird durch verstärkte Seitenwände, die ein Abplatten des Reifens bei Druckverlust oder Platzen verhindern und die ausreichende Übertragung von Lenk-, Brems- und Antriebskräften gewährleistet. Da ein Fahrer den Unterschied zwischen drucklosen und vorschriftsmässig befüllten Reifen kaum spürt, ist grundsätzlich ein Reifendruck-Kontrollsystem vorgeschrieben.

Spikes

In das Profil von Reifen eingearbeitete Stifte verleihen dem Fahrzeug vor allem bei eisglatter Fahrbahn mehr Haftung. Spikes sind in der Schweiz nur zwischen dem 01.11. und dem 30.04. erlaubt. Für Spikes müssen Stahlgürtelreifen verwendet werden. Spikes sind nur an allen vier Radpositionen gleichzeitig erlaubt. Wer Spikes fährt, muss dies mit einem Aufkleber am Auto kennzeichnen. Autobahnen und Autostrassen der Schweiz dürfen nicht mit Spikes befahren werden – mit ein paar wenigen Ausnahmen. Fahrzeuge mit Spikes-Reifen dürfen max. 80 km/h fahren. Die Spikes dürfen maximal 1.5 mm über das Profil hinausragen.

Schneeketten

Beim Signal «Schneeketten obligatorisch» müssen bei allen Fahrzeugen Schneeketten aufgezogen werden. Ausnahmen gibt es in Graubünden, wo 4x4-Fahrzeuge auf einem Zusatzschild befreit sein können. Die Ketten sollten nach der Aufhebung des Obligatoriums möglichst rasch demontiert werden, um einen überdurchschnittlichen Verschleiss der Fahrhilfen zu verhindern. Die Montage ist nicht an Hängen oder auf weichem Untergrund vorzunehmen. Der Einsatz eines Wagenhebers ist tabu. Um Schäden an den Radkästen vorzubeugen,ist der Sitz der Ketten nach 50 bis 100 Metern zu überprüfen. Da Schneeketten das Fahrverhalten beeinflussen, sollten 50 km/h nicht überschritten werden.

Breitreifen im Winter

Dass Winterreifen schmaler sein sollten als Sommerpneus, war lange Zeit eine verbreitete Meinung. Heute empfehlen Hersteller und Sicherheitstester die Bereifung auch im Winter breiter zu wählen. Lamellendichte, -tiefe und -winkel sowie deren Anzahl erhöhen Seitenführung und Grip gerade bei festgefahrener Schneedecke. Es ist jedoch bei Bedarf zu prüfen, ob für die verwendete Reifengrösse Schneeketten zulässig bzw. erhältlich sind.

Ganzjahresreifen

Allwetterreifen erreichen in den Tests meist eine schlechte Gesamtbilanz. Vor allem auf schneebedeckter und vereister Fahrbahn aber auch auf trockener Strasse weisen sie gegenüber den saisongebundenen Reifen unbefriedigende Resultate auf. Der Zielkonflikt, allen Wetterbedingungen gleichzeitig entsprechen zu können, scheint zu gross zu sein. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, auch bei SUV-Fahrzeugen den Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen vorzunehmen.



1.9. Reifenkontrolldrucksystem (RDKS)

RDKS steht für Reifendruckkontrollsystem und ist seit dem 01. November 2014 bei allen Neuwagen Pflicht. Das RDKS prüft automatisch den Luftdruck der Reifen und warnt sofort bei einer Abweichung. Bei einem zu geringen Druck in den Reifen wird dies im Cockpit mittels Warnleuchte angezeigt. Es gibt zwei verschiedene Systeme: indirektes RDKS und direktes RDKS

Bei indirekten Systemen wird die im Wagen bereits verbaute Technologie benutzt. Die Messung findet über die ABS- sowie den Sensoren zur Traktionskontrolle statt. Diese beiden Sensoren messen die Drehzahl des Reifens und leiten aus den gesammelten Daten den genauen Luftdruck bzw. dessen Veränderung ab. Beim direkten RDKS wird der Betriebsdruck der Reifen kontrolliert. Dies geschieht über bereits im Ventil des Reifens verbauten Sensoren. Mittels Funk werden die Daten in die Bordelektronik übermittelt, damit Sie im Cockpit die Daten am Display ablesen können.



1.10. Gesetze & Vorschriften


Verordnung über technische Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS):

5. Kapitel: Räder, Reifen


Art. 58 Räder und Reifen

Die Räder müssen mit ausreichend tragfähigen Luftreifen oder andern, etwa gleich elastischen Reifen versehen sein, die sich für die Felgen eignen. Reifen müssen sich für die mögliche Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs eignen. Alle Reifen eines Fahrzeuges müssen dieselbe Bauart (Radial- oder Diagonalreifen) aufweisen.

Bei Luftreifen darf das Gewebe nicht verletzt oder blossgelegt sein. Die Reifen müssen auf der ganzen Lauffläche mindestens 1,6 mm tiefe Profilrillen aufweisen. Doppelreifen dürfen sich nicht berühren, sofern dies der Hersteller oder die Herstellerin nicht ausdrücklich gestattet.

Reifentragkraft, Geschwindigkeits-Index, Felgen-Reifenkombinationen und Abrollumfang müssen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, wie er insbesondere in den Bestimmungen der ECE-Reglemente Nr. 30 (Motorfahrzeuge und deren Anhänger) und Nr. 54 (Nutzfahrzeuge und deren Anhänger), in denjenigen des Kapitels 1 der Richtlinie Nr. 97/24 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 1997 über bestimmte Bauteile und Merkmale von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen sowie in den Normen der ETRTO festgelegt ist. Der Hersteller oder die Herstellerin, die Reifentragkraft und der Geschwindigkeits-Index müssen auf den Reifen dauerhaft vermerkt sein. Für nicht genormte Reifen, für Reifen oder Felgen-Reifenkombinationen, die von den Normen abweichen, und für Reifen, deren Verwendung nicht der Kennzeichnung entspricht, ist eine Garantie des Fahrzeug- oder des Reifenherstellers erforderlich. In diesen Fällen sind Marke, Typ und Dimensionen und allenfalls abweichende Kennzeichnungen der Reifen und die erforderlichen Auflagen im Fahrzeugausweis einzutragen.

Reifen von Motorwagen, Motorrädern, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen müssen ein Genehmigungs- oder ein Prüfzeichen nach internationalen Normen aufweisen.

An Fahrzeugen der Klassen M, N und O mit einer bauartbedingten oder zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80km/h und mehr müssen Reifen montiert sein, die der Richtlinie92/23/EWG oder den Verordnungen (EG) Nr.661/2009 und (EU) Nr.458/2011 entsprechen.


Art. 59 Ersatzräder, Noträder, Winterreifen

Ersatzräder müssen die gleichen Anforderungen wie die für das Fahrzeug zugelassenen Räder erfüllen.

Abweichend von Absatz 1 sind bei Fahrzeugen der Klasse M1 Noträder zulässig. Sie müssen die Anforderungen der Richtlinie 92/23/EWG oder der Verordnungen (EG) Nr. 661/2009 und (EU) Nr. 458/2011 oder des ECE-Reglementes Nr. 64 erfüllen und entsprechend gekennzeichnet sein.

Reifen mit der Zusatzbezeichnung M+S (Winterreifen) müssen entweder die Anforderungen von Artikel 58 Absatz 2 erfüllen oder bei Motorwagen für mindestens 160 km/h und bei Motorrädern, Klein- oder dreirädrigen Motorfahrzeugen für mindestens 130 km/h geeignet sein. Sind die Bedingungen von Artikel 58 Absatz 2 nicht erfüllt, so muss der Reifenverkäufer eine Aufschrift abgeben, die auf die für die Reifen zugelassene Höchstgeschwindigkeit hinweist.


Art. 60 Besondere Reifenarten, Nachrillen von Reifen

Vollgummireifen, Eisenreifen und Raupenbänder sind nur zulässig, wo Luftreifen unzweckmässig wären. Metallische Reifen oder Bänder dürfen keine Rippen oder Stollen aufweisen.

Bei Luftkammer-, Vollgummi-, Hohlkammer- und Weichreifen darf der Gewichtsanteil je Zentimeter Breite der Auflagefläche 0,20 t, bei Eisenreifen 0,10 t nicht übersteigen.

Bei Raupenbändern darf der Gewichtsanteil je cm2 der Auflagefläche höchstens 8,2 kg betragen. Als Auflagefläche gilt nur derjenige Teil der Raupenbänder, der auf einer ebenen Fahrbahn tatsächlich aufliegt.

Reifen für Fahrzeuge der Klassen M1 mit einem Gesamtgewicht über 3,50 t, M2, M3, N, O3 und O4, die nachschneidbar sind, müssen mit dem Symbol W oder mit dem Wort «REGROOVABLE» versehen sein.

Das Nachrillen von Reifen für Fahrzeuge der Klassen M1 mit einem Gesamtgewicht bis 3,50 t, O1 und O2 sowie von Reifen für Motorräder, Leicht-, Klein- und dreirädrige Motorfahrzeuge ist unzulässig.

Aufgummierte Reifen müssen den Namen oder ein Merkmal des Aufgummierungswerkes sowie Angaben über Reifengrösse, Höchstgeschwindigkeit, Tragfähigkeit, Zahl der Einlagen und Bauart tragen. Die Angaben müssen gut erkennbar sein. Die Anforderungen von Artikel 58 Absätze 7 und 8 gelten nicht für aufgummierte Reifen.


Art. 61 Spikesreifen

«Spikesreifen» sind Reifen mit eingelassenen Stiften.

Spikesreifen sind nur in Radialbauweise und mit Metallkarkasse (Stahlgürtelreifen) zulässig. Es müssen alle Räder eines Fahrzeuges damit ausgerüstet sein.

Spikesstifte dürfen ein Gewicht von höchstens 3 g aufweisen. Der Flanschdurchmesser darf nicht mehr als 6 mm betragen. Sie müssen im Reifen gut verankert sein und dürfen nicht mehr als 1,5 mm über die Lauffläche vorstehen.

Reifen mit einem Durchmesser bis zu 13 Zoll dürfen höchstens 110, solche mit einem Durchmesser über 13 Zoll höchstens 130 Spikesstifte aufweisen.


Art. 62 Verwendungseinschränkungen, Kennzeichnung

Spikesreifen dürfen nur an Motorwagen mit einem Gesamtgewicht bis 7,5 t, Motorrädern, Leicht-, Klein- und dreirädrigen Motorfahrzeugen sowie den von ihnen mitgeführten Anhängern verwendet werden. Sie dürfen nur während der Zeit vom 1. November bis zum 30. April und ausserhalb dieser Zeitspanne bei winterlichen Verhältnissen verwendet werden.

Fahrzeuge, die mit Spikesreifen ausgerüstet sind, müssen an der Rückseite ein Höchstgeschwindigkeitszeichen mit der Zahl 80 nach Anhang 4 tragen. Abweichend von Ziffer 1 des Anhangs 4 darf der Rand schwarz sein und das Zeichen symbolische Spikes aufweisen.

Das Zeichen ist zu entfernen oder deutlich durchzustreichen, wenn das Fahrzeug ohne Spikesreifen verwendet wird. Ausgenommen von Absatz 2 sind Fahrzeuge, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit niedriger ist. Eine allenfalls vorhandene Höchstgeschwindigkeitstafel muss angebracht bleiben.


Art. 63 Schneeketten und Gleitschutzvorrichtungen

Schneeketten sowie ähnliche Gleitschutzvorrichtungen müssen auf Schnee und Eis das Anfahren, Bremsen und die Seitenführung gewährleisten; sie dürfen die Strasse nicht übermässig beschädigen.

An Motorwagen müssen mindestens auf den angetriebenen Rädern einer Achse bei einer vom Fahrzeughersteller oder von der -herstellerin vorgesehenen Reifendimension Schneeketten montiert werden können.

Quelle: http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19950165/index.html




2. Bestellung

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3. Lieferung

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4.3. Rückgaberecht

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